Über uns
Aus dem Lötschental in die Welt
Wer wir sind, lässt sich nicht von dem trennen, woher wir kommen. Aus dieser Herkunft
leiten wir keinen Anspruch ab, wohl aber eine Prägung: das Denken vom Eigentümer her und
die Bereitschaft, Verantwortung über die eigene Zeit hinaus zu tragen.
Geschichte
Der Name Lötscher ist ein Herkunftsname. Er bezeichnet den, der aus Lötschen stammt, dem
Walliser Hochtal, dessen Name im Jahr 1233 erstmals urkundlich erscheint, in den
mittelalterlichen Urkunden als Vallis Lyche und, zur Unterscheidung vom unteren Val
d'Illiez, als Vallis Illiaca superior geführt. Beinahe 800 Jahre Geschichte trägt dieser
Name. Seine Träger wurden erst zu «Lötschern», als sie das Wallis verliessen.
Vor den Lötschern: Funde aus römischer und keltischer Zeit
Besiedelt war das Tal schon lange zuvor: Keltoromanische Brandgräber bei Kippel bezeugen
Bewohner seit römischer Zeit, ein eisenzeitliches Schwert oberhalb von Kippel und
frühbronzezeitliche Pfeilbogenfunde am Lötschenpass reichen noch weiter zurück. Der Talname
selbst geht möglicherweise auf das keltische Wort loudio zurück, das Blei bedeutet, ein
Hinweis auf den uralten Bergbau bei Goppenstein, wo noch 1849 eine englische Gesellschaft
silberhaltiges Bleierz abbaute.
Die alemannische Besiedlung und die Sage der Tschäggättä
Im 9. und 10. Jahrhundert wanderten alemannische Siedler aus dem Berner Oberland über die
Alpenpässe ins Oberwallis ein. Unter den Freiherren vom Turn rodeten deutschsprachige
Kolonisten die Talsohle der Lonza und gaben den vier Dörfern Ferden, Kippel, Wiler und
Blatten ihre bis heute deutschen Namen. Der Sage nach wichen die «Schurten», ein
kleingewachsenes Urvolk des Tals, vor den einrückenden Alemannen in die Wälder der
Schattenseite zurück und kehrten nachts in wilder Verkleidung zu Streifzügen in ihre alten
Siedlungen heim. Manche sehen darin den Ursprung des berühmten Maskenbrauchs der
Tschäggättä. Ausgrabungen im «Obri Wald» gegenüber von Wiler legten 1989/90 tatsächlich
eine Siedlung aus der Zeit um 1000 bis 1200 frei, die mit dieser Überlieferung in
Verbindung gebracht wird.
Über den Lötschenpass ins Berner Oberland
Über den Lötschenpass, jahrhundertelang der wichtigste Handelsweg zwischen Oberwallis und
Berner Oberland, blieb das Tal stets mit dem Norden verbunden. Ab dem frühen 14. Jahrhundert
sind Lötscher-Kolonien im Berner Oberland urkundlich fassbar: 1306 auf der Planalp bei
Brienz, 1331 im hinteren Lauterbrunnental und auf der Sefinenalp. Die Herren vom Turn, deren
Stammburg im nahen Niedergesteln am Talausgang stand, hatten ihre Talleute in ihren
Oberländer Besitzungen angesiedelt. 1346 gingen diese Kolonien an das Kloster Interlaken
über. So schloss sich ein Kreis: Die Nachfahren der einst über die Pässe eingewanderten
Alemannen kehrten als «Lötscher» ins Berner Oberland zurück. Von dort breitete sich das
Geschlecht weiter aus. Seit dem 15. Jahrhundert ist es im luzernischen Entlebuch nachgewiesen.
Freikauf und eigene Verfassung: «Man wartete nicht auf die Freiheit»
Die im Tal Gebliebenen gingen ihren eigenen Weg: Nachdem mit dem Untergang der Herren vom
Turn das Lötschental Untertanengebiet der fünf oberen Walliser Zenden Goms, Brig, Visp,
Raron und Leuk geworden war, kauften sich die Talleute zwischen 1527 und 1786 nach und nach
von den Zehntabgaben frei. 1790, acht Jahre bevor die Revolution die Freiheit umsonst
gebracht hätte, kaufte sich die Talschaft mit einer für sie gewaltigen Summe auch von der
Gerichtsbarkeit los und gab sich 1795 eine eigene Verfassung. Man wartete nicht auf die
Freiheit. Man erwarb sie.
Von Marbach im Entlebuch bis heute
Die Lötscher, die sich in Marbach im Entlebuch niederliessen und dort bis heute
heimatberechtigt sind, sind die Vorfahren unserer Familie. Ihr Weg aus dem Bergtal in die
Innerschweiz erstreckt sich über sieben Jahrhunderte. Der Name steht bis heute für
Verlässlichkeit und einen langen Atem, im Geschäft wie im Privaten.
Heraldik
Von dieser Welt erzählt auch das Familienwappen. Das zentrale Bild im Schild ist kein
heraldisches Motiv, sondern eine Hausmarke, ein sogenanntes altes Hauszeichen. Solche aus
wenigen geraden Linien gefügten Zeichen sind älter als die Wappenkunst selbst: Eigentums-
und Sippenzeichen, eingekerbt in Türsturz und Werkzeug, eingehauen in Grenzsteine und unter
Verträgen als Handzeichen gesetzt, die Unterschrift derer, die keine Buchstaben brauchten.
Die Man-Rune: das Zeichen für den Menschen
Das Zeichen der Lötscher reicht dabei tiefer zurück als der bäuerliche Alltag: Seiner Form
nach ist es eine Rune, eine doppelte, gespiegelte Man-Rune. Die Man-Rune, das Zeichen für
den Menschen, deutete schon Olaus Wormius als den Mann, «der die Arme zum Himmel streckt und
die Wunder der Sterne betrachtet». Dass ein solches Zeichen in einem Walliser Bergtal zur
Hausmarke werden konnte, verweist auf die Herkunft seiner Träger: Das Oberwallis wurde im
frühen Mittelalter von einwandernden Alemannen besiedelt, und mit ihnen kam wohl auch die
alte Tradition der Runen- und Sippenzeichen über die Pässe in die Täler.
Hausmarken im Wallis: Anteilschein am gemeinsamen Gut
Im Wallis hatten die Hausmarken besonderes Gewicht: In hölzerne Tesseln eingekerbt, regelten
sie die Wasserrechte und Alpanteile der Dorfgenossenschaften. Die Hausmarke war dort
buchstäblich der Anteilschein am gemeinsamen Gut. Als bäuerliche Familien seit dem späten
Mittelalter eigene Wappen annahmen, hoben viele ihre alte Marke in den Schild. So auch die
Lötscher: Die Marke über dem Dreiblatt bezeugt, dass dieses Wappen nicht am Hof eines Herolds
entworfen, sondern aus dem Besitz- und Rechtsalltag einer Walliser Bergbauernfamilie
herausgewachsen ist.
Warum der Wahlspruch schon im Zeichen steckt
Dass ausgerechnet die Man-Rune, das Bild des Menschen mit den zum Sternenhimmel erhobenen
Armen, im Herzen dieses Wappens steht, ist ein stiller Vorklang seines Wahlspruchs:
per aspera ad astra, durch Mühsal zu den Sternen. Der Weg dieser Familie aus dem
kargen Bergtal über sieben Jahrhunderte ist in beidem aufgehoben, im uralten Zeichen wie in
der lateinischen Zeile, die es deutet.
Verwaltungsrat Dr. Dr. Marcel Lötscher
Marcel Lötscher studierte Rechtswissenschaften an den Universitäten St. Gallen und Bern
und begann seinen beruflichen Weg mit einer Banklehre bei einer schweizerischen Grossbank.
Er ist Inhaber des Luzerner Anwaltspatents, ausgebildeter Mediator und promovierte zweifach:
im Recht der kollektiven Kapitalanlagen sowie in Wirtschaftsgeschichte zu den Prinzipien der
katholischen Vermögensanlage. Weiterbildungen führten ihn unter anderem an die Universität
Liechtenstein (LL.M. im Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht), an die Donau-Universität
Krems (MBA) und an die Universität St. Gallen (VR-CAS).
Berufliche Stationen
Beruflich war Marcel Lötscher während vieler Jahre in Führungsfunktionen im Finanzbereich
tätig, unter anderem als Mitglied der Geschäftsleitung einer schweizerischen Finanzgruppe.
Von 2012 bis 2022 leitete er den Bereich Asset Management und Märkte der Finanzmarktaufsicht
(FMA) Liechtenstein und gehörte deren Geschäftsleitung an. In dieser Zeit wirkte er über zehn
Jahre in internationalen Gremien der Finanzmarktregulierung mit, darunter im Rat der Aufseher
der ESMA und im Europäischen Regionalkomitee der IOSCO. Anschliessend verantwortete er die
europäische Regulierungsstrategie einer internationalen Handelsplattform für digitale
Vermögenswerte. Seit 2023 ist Marcel Lötscher als Verwaltungsrat der LAWCONSULT AG in der
Unternehmens- und Rechtsberatung tätig. Daneben referiert und publiziert er regelmässig zu
Fragen des Finanzmarktrechts.